Gesprächsabend mit Bischof Pawlo Gonscharuk aus Charkiw
Der Einladung zu dem Gesprächsabend am 28.10. mit Bischof Pawlo Gonscharuk folgten 40 Interessierte. Durch den sehr persönlichen Eindruck und die Erzählungen veränderten sich bei einigen Teilnehmenden nochmal die Sichtweisen und ihr Verständnis der Situation vor Ort. Wohl alle gingen emotional bewegt nach Hause:
Seit dreieinhalb Jahren tobt in der Ukraine ein furchtbarer Krieg, vor allem im Osten. Dort in Charkiw ist der ukrainische katholische Bischof Pawlo Gonscharuk zu Hause. Die Hälfte seines Bistums ist von den Russen besetzt. Bei seinem Besuch in Hildesheim berichtetet er auf unser Einladung über die Situation in seiner Heimat. Seine Schilderungen sind erschreckend und gehen unter die Haut: In einem 30 Kilometer langen Streifen an der Front sind alle Dörfer zerstört. Die Menschen haben alles verloren. Drohnen liegen auf der Straße. Fährt ein Auto darüber, explodieren sie, egal ob es ein Militärfahrzeug, ein privater PKW oder ein Krankenwagen ist. Die Bauern werden beim Ernten der Felder durch Drohnen bedroht und ernten unter Lebensgefahr. Aus Charkiw und Umgebung fliehen die jungen Leute. Zurück bleiben die Alten, die nicht mehr fliehen können oder wollen. „Die Realität ist furchtbarer als man es sich vorstellen kann“, sagt der Gast. Mehr als 500 Euro sammeln die Anwesenden spontan für den Gast. Christoph Kandora und Martin Knöchelmann danken dem Bischof für dessen authentischen Bericht und sagen zu, im Gebet und in der Durchführung humanitärer Hilfstransporte auch künftig nicht nachzulassen.

