Kolping Erneuerbare Energie Genossenschaft eG

Die Kolping Erneuerbaren Energien Genossenschaft eG  i.G. (KEEG)

Hier gelangen Sie zur Gründungssatzung:180507_Gründungssatzung

Nach dem Stichwort “Bewahrung der Schöpfung” ist ein Pachtmodell von Photovoltaikanlagen initiiert. Die KEEG installiert auf Dächern Photovoltaikanlagen und verpachtet die Anlagen an den Eigentümer/Nutzer der Immobilie weiter. Der Pächter  profitiert vom Eigenverbrauchsprivileg nach Energie Einspeisegesetz (EEG), obwohl er nicht Eigentümer der Anlage ist.  Der Pächter zahlt dem Verpächter eine Pacht, wodurch in dem Geschäftsmodell die Erlöse zur Finanzierung der Investition erzielt werden. Die Grundlage des KEEG Modells ist eine Eigenkapitalfinanzierung. Das heißt, nur wenn über Genossenschaftsanteile ausreichend Kapital vorhanden ist, kann investiert werden. Das eingesammelte Kapital erzielt dabei  eine Dividende über deren Ausschüttung jährlich auf der Generalversammlung der Genossenschaft KEEG entschieden wird.

Allgemeine Beschreibung


Pächter in einem solchen Modell können Kirchengemeinden oder kirchliche Einrichtungen sein, die den Wunsch nach einer PV-Anlage hegen, jedoch die mit der Installation und dem Betrieb verbundenen Aufwendungen scheuen. Die zusätzlichen Kosten für die Errichtung eine Ladesäule inkl. aller notwendigen Installationen ist für eine einzelne Gemeinde nicht handhabbar. Hier kommt der Verpächter (KEEG)  ins Spiel. Bei Pachtmodellen wird eine PV-Anlage an Kirchengemeinden oder kirchliche Einrichtungen verpachtet. Der Verpächter (KEEG) übernimmt dabei Leistungen wie Anlagenplanung und -errichtung und ggfs. auch die Instandhaltung. Die dabei angewandte Vermarktungsmöglichkeit ist entweder die Stromeinspeisung in das öffentliche Stromnetz oder der Eigenverbrauch. Die Ladesäule und deren Abrechnungsoptionen ist eine Ertragsquelle im Aufbau. Wenn Betreiber von PV-Anlage und Ladesäule identisch sind, dann gilt der an der Ladesäule abgegebene Strom als Eigenverbrauch.  Es handelt sich somit um eine Kombination eines Dienstleistungs- und Finanzierungsmodells. Die Kirchengemeinde oder kirchliche Einrichtung ist Nutznießer der Anlage und zahlt dafür eine monatliche Pacht.

Die wesentliche Motivation für ein solches Modell besteht in dem Wunsch von Kirchengemeinden oder kirchlichen Einrichtungen nach einer Verringerung der „Abhängigkeit” vom Strombezug und steigenden Strompreisen durch die Steigerung der eigenen Stromerzeugung. Daneben spielen ein steigendes Umweltbewusstsein und der Wunsch nach einer eigenen, CO2-freien Stromversorgung eine zentrale Rolle. Stichwort: Wahrung der Schöpfung.

Die Ausgestaltung der Wertschöpfungsarchitektur von Pachtmodellen erfolgt wie in Abbildung aufgezeigt. Der Anlagenbetreiber erzeugt und verbraucht den PV-Strom selbst, überschüssiger Strom wird eingespeist, der Reststrombedarf wird über Bezug aus dem Netz der allgemeinen Versorgung gedeckt. In Folge dessen reduzieren sich die Strombezugskosten für den Pächter durch den Eigenverbrauch des PV-Stromes. Zusätzlich erhält dieser die EEG-Vergütung für den eingespeisten PV-Strom.

Ertragslogik und Wirtschaftlichkeitsrechnung

Die Erträge dieses Geschäftsmodells speisen sich aus Sicht des Anlagenbetreibers und Pächters aus der Vergütung für den ins Netz eingespeisten Strom nach dem EEG sowie aus einer anteiligen Vermeidung von Strombezugskosten für den eigenverbrauchten Strom (verringerte EEG Umlage). In dieser Hinsicht gibt es keinen Unterschied zum Bau und Betrieb einer eigenen PV-Anlage durch die Kirchengemeinden oder kirchlichen Einrichtungen selbst (siehe Ferienparadies Pferdeberg). Andererseits entstehen den Kirchengemeinden oder kirchlichen Einrichtungen keine unmittelbaren Kosten für die Finanzierung der Anlage, da diese vom Verpächter der Anlage getragen werden, der dafür wiederum eine Pacht erhält. Ein weiterer wesentlicher Vorteil für den Pächter besteht in der Gewährleistung eines reibungslosen Anlagenbetriebes. Zwar ist der Wartungsaufwand einer PV-Anlage aufgrund fehlender Verschleißteile sehr gering. Allerdings ist ein Ausfall der oder des Wechselrichters über die gesamte Vertragslaufzeit (20 Jahre) durchaus möglich. Das Risiko und die dabei ggf. entstehenden Kosten übernimmt werden durch professionelle Wartungsverträge abgesichert  und in der Berechnung des Pachtpreises berücksichtigt.

Geschäftsbetrieb seit Juli 2018

Bei der diesjährigen Diözesanversammlung in Burgdorf wurde das Pilotprojekt Pferdeberg vorgestellt. Die vier Gründungsmitglieder (Diözesanverband e.V, Kolping Bildungs- und Sozialwerk e.V., Ferienparadies Pferdeberg e.V. und Kolping Plus GmbH) haben die Erarbeitung eines Geschäftsplans mit Rentabilitätsrechnung und einer Gewinn- und Verlustrechnung in Auftrag gegeben, um diesen bei der Genossenschaftsverband Hannover prüfen zu lassen. Sobald diese Prüfung abgeschlossen ist, kann die Gründungsversammlung erfolgen und der Geschäftsbetrieb aufgenommen werden. Das wird bis zum Juni 2018 der Fall sein.  Das Alleinstellungsmerkmal und Faustpfand ist der besondere Zugang zu den Menschen im Diözesanverband. Das Zugehörigkeitsgefühl zum Sozialverband Kolping, das Bewusstsein nur durch Taten etwas bewegen zu können, schafft einen anderen Zugang zu Projekten (Dachflächen) im Diözesangebiet. Der Sitz der Genossenschaft ist in Hildesheim, Am Domhof 18-21.

 

Große Resonanz bei der Diözesanversammlung gab es bereits bei Möglichkeit sich an der Genossenschaft zu beteiligen.  Es gab Listen, um seine Bereitschaft auch schon schriftlich zu bekunden. Darüber hinaus liegen auch schon konkrete weitere Projekte vor, die die Genossenschaft KEEG nach ihrer Gründung weiter vorantreiben kann. Sollte Interesse an Projekten oder der Zeichnung von Genossenschaftsanteilen bestehen, bitte meldet euch bei Mirco Weiss.

 

Hintergrund das Erneuerbare Energien Gesetz  (EEG) in der Fassung von 2017:

Betreiber von Erneuerbare-Energien-An­lagen (EE-Anlagen) im Allgemeinen, wie PV-Anlagenbetreiber im Speziellen, stehen heute in Deutschland drei grundlegende Vermarktungsmöglichkeiten des erzeugten Stroms zur Verfügung. Die Erlöse, die aus den dargestellten Vermarktungsmöglichkeiten erzielt werden, dienen der Refinanzierung der Investition in eine PV-Anlage.

 

Exkurs: Die Einheit Kilowatt peak (kWp) stellt eine normierte Nennleistung eines PV-Moduls unter Normbedingungen dar. Dabei ist die Temperatur auf 25°C, die Bestrahlungsstärke auf l000W/ m2 und das Sonnenlichtspektrum beim Durchgang des Sonnenlichts durch die Erdatmosphäre bei einem Winkel von 45° (air mass 1,5) festgelegt. Die Einheit kWp wurde eingeführt, um eine Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen PV-Modulen zu gewährleisten.

Jede der aufgezeigten Vermarktungsmöglichkeiten bietet dabei hinrei­chend Raum, um verschieden ausgestaltete Geschäftsmodelle darunter entwickeln zu können. Für den gesetzlich definier­ten anzulegenden Wert gilt eine Förderdauer von 20 Jahren zzgl. dem Jahr der Inbetriebnahme.

Die aufgezeigten Vermarktungsmöglichkeiten können für PV-Anlagen bis zu einer bestimmten Leistungsgröße miteinander kombiniert werden. Bspw. können Überschussmengen an Strom, die nicht vor Ort verbraucht wer­den, weiterhin in das Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist werden, sofern die Nennleistung der Anlage nicht 750 kWp übersteigt. Die Möglichkeit der Stromeinspeisung des nicht vor Ort verbrauchten Stromes, verbunden mit dem Erhalt der EEG-Vergütung, ist unabhängig davon, ob ein Eigenverbrauchsmodell oder ein Direktlieferungsmodell der Stromnutzung zu Grunde liegt. Für die Ausschreibungsteilnahme unter dem EEG 2017 für PV-Anlagen größer 75o kWp wird künftig allerdings eine vollstän­dige Einspeisung des Stroms in das Netz der allgemeinen Versorgung verlangt.

Den dargestellten Vermarktungsmöglichkeiten liegen jeweils unterschiedliche wirtschaft­liche und rechtlich regulatorische Rahmen­bedingungen zu Grunde, die nachstehend dargestellt werden. Wie für alle geltenden Gesetze sind auch die Rahmenbedingungen für die Vermarktungsmöglichkeiten Ände­rungen unterworfen, weshalb nachstehend lediglich der aktuelle Stand und ggf. abseh­bare Änderungen dargestellt werden. Die Ausgestaltung des regulatorischen Rahmens der jeweiligen Vermarktungsmöglichkeiten entscheidet maßgeblich über die (wirtschaft­liche) Attraktivität zur Nutzung der jeweiligen Vermarktungsmöglichkeit.

(Voll-)Einspeisung in das Netz der allgemeinen Versorgung

Unter (Voll-)Einspeisung wird zunächst die Einspeisung des erzeugten Stroms in das Netz der allgemeinen Versorgung verstan­den. Die Fördersystematik, d.h. die Voraus­setzungen und Auflagen zum Erhalt der finanziellen Förderung, wie auch die konkrete Höhe, unterscheiden sich für Gebäude- und Freiflächenanlagen. Innerhalb der Gebäudeanlagen wird die Förderhöhe ferner nach ver­schiedenen Leistungsklassen (kleiner 10 kWp, 10 bis 40 kWp, 40 bis 750 kWp) differenziert. Zentral für die Bestimmung der Höhe der finanziellen Förderung nach dem EEG ist der Zeitpunkt der Inbetriebnahme der PV-Anlage.

Rechtlicher Rahmen für Anlagen bis 100 kWp

Als Betreiber einer PV-Anlage, hat man, für den in der Anlage erzeugten Strom, der in das Netz der allgemeinen Versorgung einge­speist, wird, durch das EEG einen Anspruch auf eine finanzielle Förderung. Die Option der Einspeisevergütung besteht für Anlagen bis 100 kWp installierter Leis­tung. Das bedeutet, dass der Anlagenbetreiber dem Netzbetreiber den gesamten in der Anlage erzeugten Strom zur Verfügung stellt (mit Ausnahme des Eigenverbrauchs und der „Direktlieferung”) und dafür eine gesetz­lich festgelegte Vergütung erhält.

 

Die Höhe der Einspeisevergütung ist von ver­schiedenen Faktoren abhängig, wie z. B. dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme der PV-Anlage, dem Installationsort (Freifläche oder Gebäude) oder der installierten Leistung der Anlage. Sie berechnet sich nach dem anzule­genden Wert, der im § 48 EEG 2017 definiert ist, verringert um 0,4 € Cent/ kWh. Der anzulegende Wert unterteilt sich, in Abhängigkeit zur installierten Leistung der Anlage, in verschiedene Förderklassen (bis 10 kWp, 10 bis 40 kWp, 40 bis 750 kWp). Grundsätzlich kann man sagen, dass die spezifische Höhe der Vergütung je eingespeister Kilowattstunde (€Cent/ kWh) mit abnehmender Leistungsgröße der Anlage steigt.

 

Vergütung für Anlagen bis 100 kWp

Die jeweiligen gültigen Vergütungssätze inkl. der Degression werden von der BNetzA. quartalsweise veröffentlicht und sind auf der Website der Bundesnetzagentur abrufbar https://www.bundesnetzagentur.de.

 

Rechtlicher Rahmen für Anlagen von 100 kWp bis 750 kWp

Anlagen mit einer installierten Leistung größer 100 kWp müssen (um eine Förderung zu erhal­ten) den erzeugten Strom direkt vermarkten (sog. Direktvermarktungspflicht). Umgesetzt wird dies in die Praxis, indem der Anlagenbetreiber den Strom direkt an einer Strombörse oder an einen Dritten vermarktet bzw. diese Aufgabe an ein Direktvermarktungsunternehmen überträgt. Die dabei erzielbaren Verkauf­serlöse sind meist geringer als der gesetz­lich /wettbewerblich festgelegte anzulegende Wert. Die entstehende Differenz wird durch die Marktprämie ausgeglichen, die vom Netz­betreiber an den Anlagenbetreiber zu zahlen ist. Das bedeutet, dass der durchschnittliche monatliche Marktpreis für PV-Strom an der Strombörse zuzüglich der Marktprämie grob der Höhe des gesetzlich /wettbewerblich defi­nierten anzulegenden Wertes entspricht. ‘Ausschlaggebend für die Marktprämie ist somit der Monatsmittelwert, d.h. der durchschnittli­che Stundenwert der gesamten PV-Erzeugung über einen Monat und der anzulegende Wert, der sich entweder gesetzlich oder wettbewerblich (durch Ausschreibung) bestimmt. Innerhalb der Direktvermarktung ist vor allem die Anlagengröße entscheidend, denn diese bestimmt, ob der anzulegende Wert gesetzlich oder wettbewerblich bestimmt wird. Handelt es sich um eine Anlage bis 750 kWp, wird der Wert gesetzlich bestimmt, darüber hinaus wettbewerblich. Beide Verfahren unterscheiden sich hinsichtlich der Anforderungen und dem Ablauf zum Fördererhalt. Wird der anzulegende Wert gesetzlich bestimmt, gilt der in § 48 EEG 2017 genannte Wert minus die in § 49 EEG 2017 genannte Degression.

Für den gesetzlich definier­ten anzulegenden Wert gilt ebenfalls die Förderdauer von 20 Jahren zzgl. dem Jahr der Inbetriebnahme.